Inter*Solidaritätstag

Heute, am 8. November, ist Inter* Solidaritätstag (Intersex Day of Solidarity). Um sich mit inter* Menschen zu solidarisieren, ist die Kenntnis davon, was Intergeschlechtlichkeit ist, bzw sein kann, und was es bedeutet, von Inter*feindlichkeit betroffen zu sein, wichtig. Oft nehmen wir diese Form der Diskriminierung nicht wahr, weil sie uns selbst nicht trifft. Und weil wir sie auch nicht erkennen, wenn wir nichts darüber wissen.

Wir sollten davon ausgehen, dass wir inter* Personen kennen könnten, ohne es zu wissen. Schließlich wird statistisch gesehen jeder tausendste Mensch intergeschlechtlich geboren. Das ist gar nicht so selten.

Uns bewußt darüber zu werden, dass wir in der Regel bei jeder Begegnung sofort Klarheit darüber haben wollen, welchem der (vermeintlich nur ) zwei Geschlechter eine Person „zugehört“, kann helfen zu erkennen, wie fixiert wir und die Gesellschaft, in der wir leben, auf die Zuschreibung von Geschlecht sind. Denn, auch wenn wir glauben, das Geschlecht eines anderen Menschen zu kennen: Wir können sehr daneben liegen.

Uns innerlich nicht sofort festzulegen, kann anfangs herausfordernd sein, aber es hilft, sich zu öffnen – auch, was andere Zuschreibungen betrifft – uns von unseren Schubladen zu verabschieden und den Mut für eine gewisse Verunsicherung aufzubringen. Wir können das üben, und werden mit der Zeit feststellen, nicht mehr sofort irritiert zu sein, wenn eine Person den binären Geschlechtervorstellungen nicht entspricht.

Und das Wunderbare dabei ist, die Freude am Entdecken und Kennenlernen der anderen Person ohne fixe Vorannahmen wiederzugewinnen.

Felin Wiam für QUEER!WIR HIER.

Hier zu Eurer Information der Link zu einer hilfreichen Broschüre über Intergeschlechtlichkeit. Die Broschüre wurde von oii germany, der deutschen Vertretung der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen, geschrieben, um über Intergeschlechtlichkeit und die aktuelle Situation von inter* Personen aufzuklären:

https://oiigermany.org/wp-content/uploads/2022/10/Inter-EineKurzeEinfuehrung-IVIM-OIIDE-2022-web.pdf

TRANS* GANZ EINFACH

Ich möchte Euch heute auf eine aktuelle Broschüre vom Bundesverband Trans* e.V. aufmerksam machen. Sie ist informativ für trans* und cis Personen, und kann helfen, Vorurteile, Fehlinformationen und Diskriminierung abzubauen.

Der Bundesverband Trans* e.V. setzt sich für die Rechte von trans* Personen im weiteren Sinne ein: also Menschen, die sich z.B. als transgeschlechtlich, transident, transsexuell, transgender, genderqueer, trans*, trans, nicht-binär, Crossdresser, trans* Frau, trans* Mann bezeichnen oder bezeichneten. www.bundesverband-trans.de

In dieser Broschüre könnt Ihr vieles zu trans* Themen nachlesen. Insbesondere für Angehörige, Freund_innen und Fachkräfte wurde diese Broschüre herausgegeben, aber auch für trans* Personen kann die Lektüre hilfreich sein, sich klarer zu werden und selbstbewußter zu positionieren. Einfach auf die Broschüre klicken und weiterlesen…

Felin Wiam für QUEER! WIR HIER.

Ergebnisbericht über die Auswirkungen der Coronapandemie auf lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche, queere und asexuelle Personen in Deutschland

Viele Personen und Strukturen in der queeren Community sind von der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Maßnahmen auch weiterhin stark betroffen. Vor etwa einem Jahr haben Ska Salden, Frede Macioszek und Magda Müssig im Auftrag der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Organisationen und Initiativen innerhalb der LSBTIQ* Community dazu in einer Online-Befragung befragt. Die Ergebnisse, inklusive Forderungen an die Politik, wurden in diesen zwei Broschüren veröffentlicht:

https://mh-stiftung.de/wp-content/uploads/BMH_Corona-Auswirkungen_Doppelseiten.pdf

Und hier der Link zur Broschüre:“ LSBTIQ*- Communitystrukturen in der Coronapandemie. Eine Online-Befragung unter LSBTIQ*-Organisationen und -Initiativen“

https://mh-stiftung.de/wp-content/uploads/Befragungsbericht_LSBTIQ-Community_Coronapandemie.pdf

Stonewall – Christopher Street Day – CSD – Gay Pride– Was heißt das?

Jeder kennt sie, die bunten Straßenumzüge, die jährlich und weltweit in verschiedensten Städten Tausende bis Millionen von Menschen anziehen. Die CSD Paraden. Auf Party-Trucks feiern fröhliche Menschen mit lauter, stimmungsvoller Musik, auffallend bunten Kostümen, Massen ziehen hinterher und feiern mit. Was nach purer Party und Lebensfreude aussieht, ist eine friedliche Demonstration Homo-, Bi-, A-sexueller und trans- und intergeschlechtlicher Menschen, die sich selbstbewusst und stolz zeigen und für eine große Vielfalt sexueller Orientierung und Identitäten werben im immer noch andauernden Kampf für Gleichberechtigung in der Gesellschaft.

Was nach außen ausgelassene, gute Stimmung vermittelt, hat seinen Ursprung in einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Homo- und Transsexuellen und Polizeibeamten in New York City in der Christopher Street im Jahr 1969. Rückblick: In den 1960er Jahren kam es in Amerika immer wieder zu gewalttätigen Razzien des NYPD in Lokalen, in denen sich überwiegend Homo- und Transpersonen aufhielten. Vor 1965 war es üblich, dass in New York die Identitäten aller Anwesenden in Bars mit homosexuellem und transgeschlechtlichem Zielpublikum bei Razzien erfasst und oftmals in der Presse veröffentlicht wurden, was verheerende Folgen für die zwangsweise Geouteten hatte.

Eine bekannte Bar für Homo- und Transpersonen war das „Stonewall Inn“ in der Christopher Street in New York City. Hier kam es in der Nacht vom 27./28.06.1969 zu einer solchen Razzia der Polizeibeamten. Das Hauptaugenmerk der Sicherheitsbehörden lag auf den homosexuellen Latinos und Afroamerikanern.  Erstmals widersetzte sich eine signifikant große Gruppe, insbesondere transgeschlechtlicher Latinas und Dragqueens, der Verhaftung. Dabei kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen diesen Personen mit der Polizei, die Situation beruhigte sich erst nach fünf Tagen. Diese Nacht des 28.06.1969 wird in der Lesben- und Schwulenbewegung als Wendepunkt im Kampf für Gleichbehandlung und Anerkennung angesehen.

Menschen, die nicht nach der heteronormativen Norm lebten, wurden auf der Grundlage sogenannter Sodomiegesetze in vielen Bundesstaaten in den USA strafrechtlich verfolgt und erlitten soziale Benachteiligungen, z.B. auf dem Wohnungsmarkt oder am Arbeitsplatz. Händchen halten, Küssen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen, das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts, insbesondere das Tragen von Frauenkleidung bei Männern oder allein die Anwesenheit in der Kneipe genügten der Polizei als Rechtfertigung für Verhaftungen und Anklagen wegen „anstößigen Verhaltens“ bzw. „Erregung öffentlichen Ärgernisses“.

Weltweit wird jedes Jahr im Monat Juni, dem Pride Month, mit den CSDs an dieses Ereignis erinnert (im Englischen wird die CSD Parade als „Gay Pride“ bezeichnet). Den ersten „Christopher Street Liberation Day“ organisierte die Schwulen- und Lesbenbewegung am 28. Juni 1970, um an die Ereignisse aus dem vorigen Jahr zu erinnern. Damals kamen etwa 4.000 Menschen zu der Parade. Im Jahr 2019 erwarteten die Organisator*innen für die Veranstaltungen im Pride Monat Juni in New York mehr als 4,5 Millionen Teilnehmende. Die ersten CSDs in Deutschland fanden im Juni 1979 in Bremen und Berlin statt. Im Jahr 2019 organsierten 76 Städte in Deutschland CSD Veranstaltungen.

Im Vergleich zu den 1960er Jahren hat sich die rechtliche Situation der LSBTQIA+- Gemeinschaft in den USA, wie auch in Deutschland deutlich verbessert. Dennoch ist sie auch heute noch Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Beispielsweise wurden bei einem grausamen Attentat im Juni 2016 in einem LGBT-Club in Orlando, Florida, 49 Menschen getötet. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 564 politisch motivierte Straftaten aufgrund sexueller Orientierung gemeldet, darunter 147 Gewalttaten (Quelle: Der Tagesspiegel). In diesem Jahr erklärte der damalige US-Präsident Barack Obama die Kneipe „Stonewall Inn“ zum „National Monument“ (Nationaldenkmal). Die Bar ist das erste Nationaldenkmal der USA, das die Geschichte des Kampfs für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern erzählt.

Übersicht zu queeren Themen, Büchern, Vereinen, Gruppen und Initiativen www.regenbogenportal.de

Janine für QUEER! WIR HIER.

Über Intergeschlechtlichkeit und Menschenrechte

Zum IDAHOBIT möchte ich eine Filmdoku von Regine Abadia vorstellen: „Nicht Mann, nicht Frau“ von 2017. Der Film ist momentan auf YouTube zu sehen, hier der Link zum Film!

Auch innerhalb der queeren Community kennen manche vielleicht nur den Begriff Intergeschlechtlichkeit, wissen aber nicht so genau, was damit gemeint ist und was es bedeuten kann, inter* zu sein, obwohl sich das „I“ inzwischen längst in der Abkürzung LSBTIQA* etabliert hat.

Die Stärke des Films ist, dass nicht etwas Bestimmtes über Inter* behauptet wird, sondern verschiedene inter* Menschen zu Wort kommen. Die Erzählungen berühren, gehen nahe und sind verstörend in dem, was Menschen durch medizinische Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit erfahren mussten und immer noch erfahren. Dieser Film ist ein wichtiger, auch politischer Beitrag, der aufzeigt, dass mitten in Europa und Deutschland, aber auch anderen Ländern, Menschenrechtsverletzungen passieren. Durch die Pathologisierung von Intergeschlechtlichkeit und – daraus folgend – durch medizinisch nicht notwendige, schwerwiegende Eingriffe im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter, die das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit der betroffenen Menschen massiv verletzen. Die deutsche Gesetzgebung verbietet und bestraft diese Eingriffe immer noch nicht in ausreichender Weise, um inter* Kinder und Jugendliche vor diesen Eingriffen zu beschützen. Eine umfassende Aufklärung über Intergeschlechtlichkeit ist erforderlich. Insbesondere adäquate Informationen und Peer-Beratung für Eltern von intergeschlechtlichen Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen, damit diese den notwendigen Spielraum erhalten – zum Wohle ihrer Kinder – medizinische Interventionen abzulehnen, ohne durch Mediziner*innen unter Druck zu geraten. 

Auch die eigentlich nicht neue Erkenntnis, dass es mehr als nur zwei Geschlechter im menschlichen Sein gibt, ist im Mainstream noch lange nicht angekommen. Im Gegenteil, es wird enorm viel dafür getan, um das Zweigeschlechtersystem aufrecht zu erhalten, und die Deutungshoheit liegt bei den Personen, die ihr festzementiertes Dasein (cis, binär, dyadisch, hetero, weiß, nicht behindert ) für selbstverständlich und normal halten , und alles davon Abweichende zur Nicht-Norm erklären. Das hat auch zur Folge, dass zwanghaft alles, was scheinbar davon abweicht, „angepasst“ werden soll – mit oftmals verheerenden Folgen und Zwängen, nicht nur für inter*, nichtbinäre* und trans* Menschen, sondern auch für alle, die sich diesen einengenden Strukturen nicht anpassen können und/oder wollen.

Umso mehr sind wir aufgefordert, klarzustellen, dass es nicht nur zwei, auch nicht nur drei, sondern viele Geschlechter gibt. Geschlecht ist ein großes Spektrum an Vielheit. Wir alle zusammen können uns informieren, aufklären, aus unserem eigenen Erfahrungsschatz schöpfen und politisch handeln. Um am Ende endlich eine klare Gesetzgebung zu bewirken, die wirksam alle inter* Menschen schützt und alle medizinischen Eingriffe an inter* Menschen, solange sie im Erwachsenenalter nicht selbst gewählt werden, verbietet und bestraft.

Felin Wiam für QUEER! WIR HIER.

Podcast Zwitter*Plausch: Was ist Intergeschlechtlichkeit?

https://open.spotify.com/episode/2x5PFMRisDn8Enwz6E5du6

Informative Website für inter* Menschen (in englischer Sprache):

https://myintersexstory.oiieurope.org/home

Aktuelle Publikation des Bundesverbandes Intergeschlechtliche Menschen e.V.

https://im-ev.de/wp-content/uploads/2021/06/Broschuere_IMeV_web.pdf

Eine Broschüre der Organisation Intersex International Europe e. V. zum Thema Inter*:

https://oiigermany.org/wp-content/uploads/2017/02/COHR_DE_INTER.pdf

Und ein neu erschienenes Buch über Intergeschlechtlichkeit:

http://www.querverlag.de/inter/

Die Flagge für Pride Inter*:

Die Ehe für alle…

Im Jahr 1989 wurde der erste Grundstein mit der Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft in Dänemark gelegt.

Axel Lundahl-Madsen und Eigil Eskildsen gelten im skandinavischen Raum als die Väter der Homo-Ehe. Über vierzig Jahre kämpften sie für die Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare in ihrem Land. Im Jahr 1989 waren sie weltweit das erste Homo-Paar, das die Ehe einging. Zehn Jahre später, am 6. Mai 1999, wurde die sogenannte „Hamburger Ehe“ eingeführt. Sieben Paare, drei lesbische und vier schwule, wurden vom Leiter des Standesamtes in Hamburg sowie der Gleichstellungssenatorin Krista Sager empfangen. Damals war das Modell noch höchstumstritten und hatte zunächst lediglich symbolischen Charakter. Jedoch wurde ein neuer Weg eingeschlagen, sodass Hamburg in einem gemeinsamen Entschließungsantrag der Nordländer mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen den Antrag für die Öffnung der Ehe durch den Bundesrat gebracht hat.

Ab dem 1. August 2001 bis einschließlich September 2017 ermöglichte das Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft- kurz Lebenspartnerschaftsgesetz- den Homosexuellen in Deutschland die Begründung einer Lebenspartnerschaft. Aus Symbolcharakter wurde endlich Sicherheit in Steuer- und Erbschaftsfragen sowie der Mitversicherung bei Krankenkassen wie auch beim Auskunftsrecht im Krankheitsfall.

Seit dem 1. Oktober 2017 ist die eingetragene Lebenspartnerschaft passé und die Ehe für alle da. Deutschland ist das 24. Land auf der Welt, das die gleichgeschlechtliche Ehe zulässt. Sie ist vor allem in Europa, aber auch in Nord- und Südamerika verbreitet.

Jahrzehnte haben Schwule und Lesben gekämpft- allen Widerständen und Schikanen getrotzt und einen weiteren Schritt zur Gleichberechtigung erreicht. Der Paragraph 1353 im Bürgerlichen Gesetzbuch wurde am 1. Oktober 2017 wie folgt geändert: „ Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen“.

Auch in Stralsund haben sich noch im Jahr 2017 fünf gleichgeschlechtliche Paare das Ja-Wort. Im darauffolgenden Jahr waren es insgesamt 28 Homosexuelle, die sich dazu entschieden, den rechtlichen Stand der Ehe einzunehmen.

Mit der Ehe für alle hat sich die Möglichkeit eröffnet, ein Kind zu adoptieren, ohne zunächst große Hürden überwinden zu müssen. Ein Wehmutstropfen aber bleibt es dennoch. Denn zwei verheiratete Frauen bekommen nicht automatisch beide das Sorgerecht für ein Kind, sondern nur die Frau, die das Kind austrägt. Die andere hat keine Rechte am eigenen Wunschkind. Sie kann ihr Kind lediglich als Stiefkind adoptieren. Ein schwules Ehepaar hat die Möglichkeit ein Kind zu adoptieren bzw. ein Pflegekind aufzunehmen.

Im Bundesjustizministerium wird über eine Modernisierung des Familienrechts nachgedacht. Auf die Umsetzungsmaßnahmen sind wir gespannt und werden natürlich berichten.

Sarah Cornils, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Stralsund

Giffey startet Regenbogenportal

Bundesfamilienministerium stellt Wissensnetz zu gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und geschlechtlicher Vielfalt online

In Deutschland leben schätzungsweise 6,5 Millionen lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche (LSBTI*) Menschen. Das Bundesfamilienministerium hat das Ziel, Unwissen, Vorbehalte und Diskriminierung abzubauen, Akzeptanz, Gleichstellung und ein respektvolles Miteinander zu fördern. Das neue Regenbogenportal ist hierfür ein wichtiger Schritt. Es ist Informationsquelle, Datenbank und Wissensnetzwerk in einem. Das Regenbogenportal liefert Aufklärung und passende Beratung und erleichtert interessierten Nutzer*innen den Zugang zu fachlich fundierten Informationen. Denn nur mit Wissen können Vorurteile abgebaut und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Noch nie gab es in Deutschland so viele Informationen zu LSBTI-Themen auf einen Blick. Das Regenbogenportal ist damit ein echter Fortschritt. Jeder Mensch ist einzigartig – und dennoch gehören Vorbehalte und Diskriminierung für viele lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen immer noch zum Alltag. Nach wie vor gibt es Wissenslücken über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – und die wollen wir schließen. Das Regenbogenportal klärt auf, baut Vorurteile ab und kann dazu beitragen, Diskriminierungen aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität entgegenzutreten.“

Aufklärung, Information und Vernetzung

Was bedeutet non-binary? Welche Vorschriften gelten beim Ändern des Namens bei der Geschlechtsanpassung? Wer hilft mir bei homophober Gewalt? Und wo bekommen Eltern Rat, deren Kind intergeschlechtlich geboren wurde?In einfachen Texten und fundierten Hintergrundartikeln liefert das Portal Antworten auf Fragen wie diese. Es informiert zu Themen wie Gesundheit, Familie und Recht, greift aktuelle, gesellschaftspolitische Debatten auf und ist mit seiner Übersicht zu bundesweit knapp 300 Anlaufstellen eine praktische Orientierungshilfe. Das Regenbogenportal bietet ein umfassendes Wissensnetz für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtlich, queere Menschen und deren Familien und Angehörige, aber auch für Lehrer*innen und Fachkräfte unterschiedlicher Bereiche. Hier finden alle, die sich privat oder beruflich mit LSBTI* beschäftigen, kompakt aufbereitetes Wissen. Das Angebot ist leicht zugänglich und kann auch auf Smartphones und Tablets genutzt werden. Um einen möglichst großen Kreis von Menschen zu erreichen, sind die wesentlichen Inhalte der Seite in Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch und Arabisch sowie in leichter Sprache verfügbar. Nutzer*innen können die Inhalte ihren Interessen entsprechend nach den Kriterien sexuelle bzw. geschlechtliche Identität, Lebensbereich oder nach Materialtyp (z.B. Leitfäden, Sachinformationen oder Unterhaltungsmedien) filtern oder gezielt nach Schlagworten suchen.

Das Bundesfamilienministerium finanziert das Regenbogenportal zunächst bis Ende 2020 mit knapp 1 Million Euro. Das Wissensnetzwerk wird laufend mit neuen Informationen, Beratungsangeboten und Nachrichten ergänzt und informiert aktuell über gesetzliche und gesellschaftliche Veränderungen.

Hier gehts zum Regenbogenportal:

www.regenbogenportal.de

LSBTI*-Gleichstellungsarbeit des Bundesfamilienministeriums

Zum Abbau von Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität und zur Förderung der Gleichstellung von LSBTI*-Menschen sowie zur Unterstützung ihrer Familien wurde 2014 das Referat „Gleichgeschlechtliche Lebensweisen, Geschlechtliche Vielfalt“ im BMFSFJ eingerichtet. Wichtige Maßnahmen der vergangenen Jahre waren die Stärkung kompetenter Unterstützung von Regenbogenfamilien und LSBTI*-Projekten für Lesben und Schwule im Alter. Mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ setzt sich das Ministerium auch gegen Trans- und Homofeindlichkeit und für den Aufbau des Bundesverbandes Trans* ein.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten des Bundesfamilienministeriums im Bereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt finden Sie hier:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/gleichgeschlechtliche-lebensweisen-geschlechtsidentitaet