QUEERES ABC

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Das Gender-Sternchen * sagt aus, dass die geschlechtliche Identität und das sexuelle Begehren sozialem und persönlichem Wandel unterliegen und nichts naturgegeben Festes sind. Es wird als Form der geschlechtergerechten Sprache benutzt, beispielsweise „Leser*innen“ oder auch „Les*erinnen“, um auch nicht-binäre Menschen sprachlich einzuschließen. Manche Menschen schreiben auch hinter Wörter wie trans* oder inter* ein Sternchen, um zu zeigen, dass es innerhalb dieser Gruppen eine große Vielfalt gibt. Außerdem, dass an das Wort verschiedene Endungen wie „-geschlechtlich”, „-sexuell“ oder „-gender” angehängt werden können.

A_sexualität
auch a_sexuell, nonsexuell, ace. Eine a_sexuelle Person fühlt keine oder wenig sexuelle Anziehung zu anderen Menschen. A_sexualität ist ein Spektrum. Dies wird durch den Unterstrich verdeutlicht. A_sexualität heißt nicht, dass eine Person zölibatär lebt, d.h. auf Sex verzichtet. Zum einen, da das Zölibat eine freie Entscheidung und keine sexuelle Orientierung ist, und zum anderen, weil a_sexuelle Menschen aus verschiedenen Gründen Sex haben können.

agender
auch genderless, ist die Selbstbezeichnung von Menschen, deren Identität sich nicht aus einem Geschlecht heraus bildet, die also kein Geschlecht haben, sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen und / oder das Konzept von Geschlecht generell in Frage stellen.

ally / Allie
oder Unterstützer*in: Eine Person, die nicht selbst Teil der queeren Community oder einer anderen marginalisierten Gruppe ist, diese aber aktiv unterstützt.

androgyn
bezeichnet eine Geschlechtspräsentation, die sowohl „männliche“ als auch „weibliche“ Elemente hat oder sich in einem Spektrum dazwischen bewegt.

Bi+sexualität
wird in aktivistischen und wissenschaftlichen Kontexten als Überbegriff für alle sexuellen Orientierungen verwendet, bei denen eine Person Menschen zweier, mehrerer oder aller Geschlechter sexuell anziehend finden kann. Unter Bi+sexualität fallen also Bisexualität, Pansexualität, Multisexualität und Polysexualität.

bigender
Eine Person ist bigender, wenn x zwei Geschlechtsidentitäten hat, oft männlich und weiblich, aber es sind auch andere Kombinationen möglich, wie beispielsweise männlich und intergender. Die beiden Geschlechtsidentitäten können gleichzeitig oder abwechselnd auftreten.

binäres Geschlecht
Die Binarität der Geschlechter bezieht sich auf das westliche Geschlechtersystem als vorherrschende Norm. Es kennt nur zwei Optionen und keine Zwischenstufen, nämlich „männlich“ und „weiblich“. Dies gilt für die gesamte Gesellschaft und durchdringt die sozialen Rollen, Geschlechtsidentitäten und die körperlichen Geschlechter von Menschen. Es ignoriert intergeschlechtliche, nichtbinäre Menschen und Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen. Dieses Geschlechtersystem wird gewaltvoll durchgesetzt, zb. werden intergeschlechtliche Menschen, meist im Kindesalter, immer noch zahlreichen, medizinisch unnötigen Eingriffen ausgesetzt, die ihre körperliche Unversehrtheit massiv verletzen, damit sie einem binären Geschlechterbild entsprechen. Auch zugeordnete Geschlechterrollen können als gewaltvoll erlebt werden, zb. wenn Jungen gerne Kleider tragen oder mit Puppen spielen, Mädchen auf Bäume klettern, dieser Wunsch oder dieses Verhalten aber gesellschaftliche Ablehnung erfährt oder nicht ermöglicht wird. Es führt zu Diskriminierung aller, die nicht in dieses enge Konstrukt der sogenannten „Zweigeschlechterordnung“ passen, engt aber genauso die Ausdrucksweise aller Menschen ein. Siehe dazu: https://pinkstinks.de/

Bisexualität
oder bisexuell, bi: Eine bisexuelle Person fühlt sich romantisch und/oder sexuell zu Menschen zweier oder mehrerer Geschlechter hingezogen oder erlebt sexuelle Anziehung zu Menschen unabhängig von deren Geschlecht. Allerdings kann die Definition von Bisexualität sehr unterschiedlich sein.

Butch
ist ein Begriff, der eine tendenziell maskuline Geschlechtspräsentation oder –identität beschreibt, insbesondere bei lesbischen oder queeren Frauen. Es wird oft dem Begriff ‚femme‘ gegenübergestellt. Butch kann aber auch eine nichtbinäre Identität sein.

cis
Die Vorsilbe „cis“ wird benutzt, um auszudrücken, dass eine Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, das ihr bei der Geburt aufgrund der Genitalien zugewiesen wurde. „Cis“ ist somit das Gegenstück zu „trans“.

Coming Out
beschreibt den Prozess, in dem eine Person sich selbst über ihr Geschlecht und/oder sexuelle Orientierung bewusst wird (inneres Coming Out) und beginnt, mit anderen darüber zu sprechen (äußeres Coming Out). Vor allem das äußere Coming Out ist ein lebenslanger Prozess.

Community
bezeichnet die Gesamtheit aller queeren Menschen, Organisationen und Institutionen in einer Region, meistens auf eine Stadt, ein Bundesland oder einen Staat beschränkt. Verbindend ist hierbei die sexuelle oder/und geschlechtliche Identität, gemeinsame Aktivitäten, Sichtbarmachen von queeren Belangen und Demonstrationen für Toleranz, z.B Christopher Street Day, Dyke March, Trans* March, usw. Die Community ermöglicht gemeinschaftliches Engagement für soziale und politische Ziele.

divers
ist seit dem 01.01.2019 ein juristischer Geschlechtseintrag, der vor allem von intergeschlechtlichen und nichtbinären Personen benutzt wird. Es handelt sich dabei nicht um ein eigenes Geschlecht, sondern um einen Schirmbegriff für viele verschiedene Geschlechter.

Drag Kings
Drag Kings inszenieren, parodieren und/ oder (de-) konstruieren Männlichkeit auf der Bühne oder auf Parties – unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität oder -rolle im Alltag.

Drag Queen
Drag Queens inszenieren, parodieren und/oder (de-)konstruieren Weiblichkeit auf der Bühne oder auf Parties – unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität oder -rolle im Alltag.

Dritte Option
Die dritte Option ist eine Organisation, die sich für die Schaffung eines dritten juristischen Geschlechtseintrag einsetzte und den Eintrag “divers”, den es seit dem 01.01.2019 gibt, kritisiert. Es geht auch hierbei nicht darum, dass es ein drittes Geschlecht gibt. Der Name bezieht sich auf einen Schirmbegriff für alle möglichen Geschlechter.

drittes Geschlecht
Es gibt nicht das eine „dritte Geschlecht“, aber manche Menschen verwenden diese Bezeichnung für ihre Geschlechtsidentität, die zwischen „männlich“ und „weiblich“ liegt oder außerhalb dieser binären Begriffe.

Dyke
ursprünglich eine abwertende Bezeichnung (engl./amer.) für lesbische Frauen, als homophober und frauenfeindlicher Begriff für ein „männliches“, schlagfertiges, wildes oder androgynes Mädchen oder eine androgyne Frau. Heute wird der Begriff als angeeignete, positive Selbstbezeichnung von lesbischen Frauen* für sich selbst auch im deutschen Sprachraum benutzt. Seit 2013 gibt es in einigen deutschen Großstädten den Dyke-March (ursprünglich in den USA in den 90er Jahren entstanden), ein Protestmarsch für mehr lesbische* Sichtbarkeit und Lebensfreude.

Dysphorie
empfinden vor allem nichtbinäre und trans* Menschen. Dysphorie ist ein Gefühl von körperlichem oder sozialem Unwohlsein. Manche nichtbinären oder trans* Personen empfinden Dysphorie, wenn ihre Umwelt sie nicht in dem Geschlecht wahrnimmt, mit dem sie sich identifizieren. Oder wenn ihre eigenen Vorstellungen von ihrem Geschlecht nicht zu ihrem eigenen Aussehen, Verhalten und Sein übereinstimmen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass diese eigene Unzufriedenheit auch mit dem immensen Druck und den Erwartungen der Gesellschaft zu tun hat.

Ergänzungsausweis
Trans* und nichtbinäre Personen können sich vor der gerichtlichen Personenstandsänderung einen sogenannten Ergänzungsausweis ausstellen lassen, in dem ihr richtiger Name und ihr richtiges Geschlecht vermerkt ist. Dies kann den Alltag von Trans*Personen in der multipräsenten binären Gesellschaft während ihrer Transition erleichtern. Dieser Ausweis ist auch vom Innenministerium anerkannt. Hier gibt es weitere Informationen:  https://www.dgti.org/ergaenzungsausweis.html

Femme
bezeichnet eine lesbische und/ oder queere Frau , die gemäß den heterosexuellen Stereotypen, „feminin“ auftritt. Die Bezeichnungen Butch und Femme werden vor allem zur Selbstdefinition und als erotisches Selbstverständnis und Begehren verwendet, um eine erotische und sexuelle Dynamik und Anziehung zwischen queerem/lesbischem Genderausdruck von Femininität und Maskulinität zu kennzeichnen. Häufig wird dieses Begehren von Genderdifferenz als vermeintliche Klischees von traditioneller und unhinterfragter Weiblichkeit und Männlichkeit gesehen, da bei Homosexualität in der Regel ein sexuelles und erotisches Begehren von Gleichheit impliziert ist, sie bei Butch/Femme jedoch auf Unterschiedlichkeit der Partner*innen gerichtet ist. Die große Vielfalt nicht-heterosexueller Begehrensformen ist bislang im medialen und sozialen Alltag unterrepräsentiert und bleibt weitgehend unbeachtet, siehe hierzu Heteronormativität.

fluid
-fluid (englisch ‚flüssig‘) kann als Nachsilbe für Geschlechtsidentitäten und Sexualitäten benutzt werden, um auszudrücken, dass die Geschlechtsidentität oder Sexualität nicht feststehend ist, sondern sich ändert bzw. ändern kann. Beispiele sind genderfluid für eine Person, deren Geschlechtsidentität sich immer wieder verändert oder unbestimmt und fließend ist. Acefluid steht für eine Person, die sich manchmal als a_sexuell identifiziert, manchmal aber auch als etwas anderes.

Frauenkampftag
auch Internationaler Frauentag genannt, findet seit 1921 jährlich am 8. März statt. Der Tag wurde von Frauen der sozialistischen Arbeiter*innenbewegung ins Leben gerufen und wurde damals in verschiedenen Europäischen Ländern und den USA begangen, damals vor allem mit dem Ziel eines gleichen, geheimen und freien Wahlrechts für Frauen. Heute soll der Tag auf die Probleme und Benachteiligungen von Frauen aufmerksam machen, auch und vor allem der Frauen, die mehrfach marginalisiert sind: z.B. be_hinderte Frauen, Trans*Frauen, Frauen of Color, geflüchtete Frauen etc.

Fürsprecher*in
bezeichnet eine Person, die selbst nicht Teil der queeren Community ist, aber aktiv daran arbeitet, Intoleranz zu beenden, andere Menschen über queere Belange informiert und/oder Gleichstellung für eine bestimmte Gruppe unterstützt. Entspricht dem Begriff Ally oder Unterstützer*in.

Gender
beschreibt auf einer wissenschaftlichen Ebene das sozial konstruierte Geschlecht und auf einer aktivistischen und persönlichen Ebene die Geschlechtsidentität einer Person. Geschlechtsidentität bedeutet hier die persönliche Vorstellung vom eigenen Geschlecht und der eigenen Geschlechterrolle. Innerhalb der Gesellschaft ist Gender das Konzept, nach dem wir verschiedene Ideen wie sozialen Status, Geschlechtspräsentation, Rolle in der Gesellschaft, Lebensplanung und Sexualität in die Kategorien Männlichkeit und Weiblichkeit einordnen.

genderfluid
bezeichnet eine Geschlechtsidentität, die sich mit der Zeit oder bezogen auf bestimmte Situationen ändert. Das Geschlecht kann zwischen allen möglichen Geschlechtern wechseln, z.B. von weiblich zu nonbinary, von männlich zu weiblich, von nonbinary zu agender, von weiblich zu männlich usw. Im Unterschied zu einer genderqueeren Identität ändert sich die Identität und ist beispielsweise nicht immer außerhalb der Geschlechterbinarität zu verorten.

genderqueer
ist ein Überbegriff für Menschen, die nicht in die Norm der Geschlechterbinarität passen. Es kann aber auch eine Geschlechtsidentität für Menschen sein, die sich sowohl als Frau und Mann (gleichzeitig oder abwechselnd) oder weder als Frau noch als Mann identifizieren. Es gibt also keine klare Abgrenzung zum Begriff „genderfluid“.

gendervariant
Eine Person, die sich als „gender nonconforming“ oder „gendervariant“ identifiziert, hat eine Geschlechtsidentität, die nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, dem x bei der Geburt zugewiesen wurde. Im Gegensatz zu trans* geht es dabei aber mehr um die grundsätzliche Ablehnung der gesellschaftlichen binären Norm in Bezug auf Geschlecht.

Geschlechtsidentität
Die Geschlechtsidentität eines Menschen bezeichnet, mit welchem Geschlecht oder welchen Geschlechtern sich ein Mensch selbst identifiziert. Die Geschlechtsidentität eines Menschen muss nicht mit dem Geschlecht übereinstimmen, dem x bei der Geburt zugewiesen wurde.

Geschlechtspräsentation
oder Geschlechtsausdruck (engl. „gender expression“) bezeichnet die Summe äußerlich wahrnehmbarer Merkmale, mit denen ein Mensch in Auseinandersetzung mit seiner Umwelt Geschlecht zum Ausdruck bringt, zb. durch Kleidung, Körpersprache, Verhalten, Kommunikationsstil usw. Weicht der Geschlechtsausdruck einer Person von der herrschenden Norm für „Männlichkeit“ bzw. „Weiblichkeit“ ab, kommt es häufig zu Diskriminierungen. Diese können Trans* und cis Menschen, Hetero- und Homosexuelle etc. gleichermaßen treffen. Siehe dazu auch unter „binäres Geschlecht“.

Heteronormativität
Das Konzept der Heteronormativität kritisiert die gesellschaftlich postulierte Zweigeschlechterordnung und die Macht bzw. Gewalt, die von ihr gegenüber anderen Geschlechtsidentitäten ausgeht. In dem Begriff enthalten ist auch eine Kritik an der Privilegierung von Heterosexualität als unhinterfragter Norm. In einer heteronormativen Gesellschaft wird von allen Menschen erwartet, dass sie heterosexuell und cisgeschlechtlich sind. Abweichungen davon, zum Beispiel lesbische, schwule, queere oder/und polyamouröse Beziehungen sowie nonbinäre, trans*oder inter* Identitäten, werden unsichtbar gemacht, abgelehnt und diskriminiert.

Heterosexismus
wird ein gesellschaftliches Machtsystem und/oder eine individuelle Haltung beschrieben, die jede nicht-heterosexuelle sexuelle Orientierung bzw. jedes nicht-heterosexuelles sexuelles Begehren oder Verhalten sowie jede nicht-cis-zweigeschlechtliche Geschlechtsidentität ablehnt, stigmatisiert und abwertet. Mann/Frau und die gegenseitige sexuelle, reproduktive und emotionale Ausrichtung aufeinander erscheinen als vermeintlich "von Natur aus" gegeben, was man als "naturalisiert" bezeichnet. Heterosexualität und geschlechtliche Binarität werden als Norm bzw. als "das Normale" verstanden, was nur durch die Abgrenzung zu allem "Anderen" funktioniert. Dieser Prozess oder Akt wird als "Othering" – das zum Anderen Machen – bezeichnet. Siehe: https://www.bpb.de/gesellschaft/gender/geschlechtliche-vielfalt-trans/245426/lsbtiq-lexikon?p=28

Heterosexualität
heterosexuell sind Menschen, die sich sexuell zu Menschen des/eines anderen Geschlechts hingezogen fühlen. Diese sexuelle Orientierung gilt als Norm in unserer Gesellschaft.

Holocaust-Gedenktag
ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und bezieht sich auf die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27.01.1945. An diesem Tag wird allen Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Da unter den Opfern auch viele queere Menschen waren, ist dies auch für die LSBTIQ* Community ein wichtiger Tag.

Homofeindlichkeit
bezeichnet die Diskriminierung und Abwertung von schwulen* und lesbischen* Menschen. Dies äußert sich z.B. durch Unbehagen, Ablehnung, Vorurteilen und Intoleranz, die in psychische und körperliche Gewalt gegenüber Lesben* und Schwulen* oder Menschen, die als schwul oder lesbisch wahrgenommen werden, übergehen kann. Als internalisierte Homofeindlichkeit wird Feindlichkeit bezeichnet, die gegen die eigene sexuelle Orientierung und damit gegen sich selbst gerichtet ist. Dies passiert oft in einer homofeindlichen Umgebung und/oder vor dem eigenen inneren Coming Out.

Homonationalismus
Der Begriff wurde von Jasbir Puar geprägt. Er verweist auf die Vereinnahmung von LSBTIQ-Emanzipationsforderungen für nationalistische Ziele. Prominente Beispiele für Homonationalismus sind die Legitimation von restriktiven Einwanderungspolitiken oder Kriegen, die im Namen des Schutzes von "sexuellen Minderheiten" geführt werden. Beispiele für "wer (zur Nation, zur Zivilisation etc.) dazu gehört und wer nicht“ sind auch Formen des anti-muslimischen Rassismus und Ausgrenzung queerer Migrant*innen in LSBTIQ-Communities. Siehe: https://www.bpb.de/gesellschaft/gender/geschlechtliche-vielfalt-trans/245426/lsbtiq-lexikon?p=30

Homosexualität
bezeichnet die sexuelle Orientierung, bei der Menschen sich zu dem/einem eigenen oder einem ähnlichen Geschlecht hingezogen fühlen. Die meisten homosexuellen Männer* bezeichnen sich als schwul, die meisten homosexuellen Frauen* bezeichnen sich als lesbisch. Die Bezeichnung ‚homosexuell‘ lehnen manche Lesben und Schwule ab, da der Begriff in seiner Entstehungszeit vor allem medizinisch-pathologisierend gebraucht wurde.

Inter*/ inter*
auch: Inter*Mensch, Inter*Person. In der Inter*Community geprägter emanzipatorischer Sammelbegriff für die Vielfalt intergeschlechtlicher Realitäten und Körperlichkeiten.

Inter*feindlichkeit
Neben Homo- und Trans*feindlichkeit ist auch Inter*feindlichkeit eine gewaltvolle Form der Ablehnung und Diskriminierung. Diese trifft vorwiegend Inter* Menschen in ihrer Lebens- und Ausdrucksweise. Sie bedeutet Gewalt, Diskriminierung gegen und Ausgrenzung von Inter*Personen. Zudem führt Inter*feindlichkeit innerhalb einer binären Gesellschaft in letzter Konsequenz zu medizinisch-gesellschaftlich-rechtlichen Unmöglichkeit von Inter* Identitäten und Inter* Körperlichkeiten, und somit zu einer Unsichtbarmachung von Inter* und der Existenz von Vielfalt menschlicher Geschlechter.

intergender
bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität sich zwischen den binären Geschlechtern, also zwischen den Kategorien „männlich“ und „weiblich“ befindet.

Intergeschlechtlichkeit / intergeschlechtlich
Intergeschlechtlich sind Menschen, deren Körper sich hinsichtlich chromosomalen, hormonalen oder anatomischen Merkmalen nicht eindeutig in eine der beiden anerkannten Geschlechtskategorien „männlich“ oder „weiblich“ einordnen lassen. Immer noch sind sie häufig geschlechtsverändernden Eingriffen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter ohne medizinische Notwendigkeit und weiteren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Intergeschlechtlich zu sein hat nicht unmittelbar mit der Geschlechtsidentität zu tun. Wie alle anderen Menschen können sie sich als Frauen, Männer oder anders erleben. Inter-/ zwischengeschlechtlich kann ebenfalls eine Geschlechtsidentität von Inter* sein. Zu den Selbstbezeichnungen intergeschlechtlicher Menschen zählen Herm, Hermaphroditen, Inter*, Intersex, Intersexuelle, intersexuelle Frauen / Männer und Zwitter. Da die Bezeichnungen Hermaphrodit und Zwitter häufig einen abwertenden Charakter hatten und haben, werden diese nur innerhalb von Inter*gemeinschaften selbstermächtigend verwendet und positiv belegt.

Intersektionalität
bedeutet, dass verschiedene gesellschaftliche Strukturen zusammenhängen, also z.B. Geschlecht, Sexualität, Herkunft, Kultur, Religion und sozialer Status. Das heißt, dass auch verschiedene Diskriminierungsformen wie zb. Rassismus und Behindertenfeindlichkeit zusammenhängen können und in diesen Zusammenhängen betrachtet werden müssen. So erleben zb. lesbische Frauen, die ein Kopftuch tragen, eine spezifische, miteinander verwobene Form von Rassismus, Islamfeindlichkeit, Homophobie und Sexismus. Intersektionalität beschreibt also auch die Überschneidung und Gleichzeitigkeit von verschiedenen Diskriminierungsformen in einer Person.

Intersexualität / intersexuell
ist ein in Recht und Medizin gängiger Begriff für Intergeschlechtlichkeit, den manche Inter*menschen auch für sich selbst verwenden. Im medizinischen Fachdiskurs wurde er inzwischen weitgehend von der Bezeichnung DSD - Disorders of Sex Development (Störungen der Geschlechtsentwicklung) als Oberbegriff für verschiedene „intersexuelle Syndrome“ abgelöst. Dieser Störungsbegriff wird von vielen Inter*Menschen abgelehnt, da er Intergeschlechtlichkeit als „Störung“ oder „Krankheit“ einordnet. Der Begriff unterstellt außerdem, dass einige Variationen menschlicher Körper normaler und somit wünschenswerter seien als andere. Körper, die aus dieser Perspektive von der „weiblichen“ oder „männlichen“ Norm abweichen, gelten als „untypisch“ und „gestört“. Diese Vorstellung liefert dann oft die argumentative Grundlage für sogenannte "normalisierende" Operationen, bei denen inter* Menschen operativ einem Geschlecht "angepasst" beziehungsweise zugeordnet werden, obwohl keine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Diese Operationen, bereits kurz nach der Geburt oder im Kleinkindalter durchgeführt, werden aufgrund ihrer traumatisierenden Effekte von intergeschlechtlichen Aktivist*innen und Unterstützer*innen massiv kritisiert, da sie eine massive Verletzung der körperlichen und psychischen Unversehrtheit von Inter*menschen darstellen und mit den allgemeinen Menschenrechten nicht vereinbar sind.

körperliches Geschlecht
Das körperliche Geschlecht eines Menschen ist eine gesellschaftliche bzw. kulturelle Konstruktion, bei der verschiedenen Körperteilen, wie beispielsweise Genitalien, Hormonen und Chromosomen, eine bestimmte Geschlechtlichkeit zugeschrieben wird. Zum Beispiel wird in unserer Gesellschaft ein Penis als Code für Männlichkeit gesehen. „Konstruktion“ bedeutet, dass es kein natürliches körperliches Geschlecht gibt, sondern unsere Gesellschaft dies erst erschaffen hat, um Macht auszuüben. Die Vorstellung eines körperliche Geschlechts ist aber fehlerhaft und diskriminierend, beispielsweise für Inter* oder Trans*Menschen, deren Körper oft nicht in das zweigeschlechtliche System passen. Zudem sagen Körpermerkmale nichts über das Geschlecht aus, mit dem sich eine Person identifiziert.

Label
(engl. für Bezeichnung, Etikett, Kennzeichen) ist eine Begriff, den Menschen benutzen, um ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre Geschlechtsidentität zu beschreiben. Lesbisch, schwul, bi+sexuell, a_sexuell und trans*, inter*, nichtbinär, queer sind Beispiele für Labels. Der Sinn von Labels ist, dass Menschen eine gemeinsame Sprache haben, mit der sie sich über ihre Gefühle und Erfahrungen mit Geschlecht und Sexualität austauschen können. Demnach sind Labels dann gut und sinnvoll, wenn Menschen sie für sich selbst bestimmen können, aber nicht, wenn sie ihnen unfreiwillig aufgedrängt werden.

lesbisch
Als lesbisch bezeichnen sich Frauen* oder manche nichtbinäre Personen, die sich romantisch und/oder sexuell zu anderen Frauen* bzw. weiblichen Personen hingezogen fühlen.

LSBTI / LGBTI / LSBATIQQP+
Die Kombination von fünf Buchstaben ist die gängigste, um verschiedene Identitäten im queeren Spektrum abzubilden. Die Buchstaben hier stehen für: lesbisch, schwul, bi+, trans*, inter* / lesbian, gay, bi+, trans, inter. Da selbst die lange Buchstabenreihe LSBATIQQP+ nicht ausreicht, um das ganze Spektrum wiederzugeben, steht am Ende das „+“ . Gemeint sind hier lesbische, schwule, bi+sexuelle, a_sexuelle, trans*, inter*, queere, questioning und polyamouröse Menschen.

Marginalisierung
ist ein sozialer Vorgang, bei dem bestimmte Bevölkerungsgruppen an den „Rand der Gesellschaft“ gedrängt werden und dadurch im Vergleich zu anderen weniger oder garnicht am wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilnehmen können.

Misogynie
beschreibt den Hass auf- beziehungsweise die radikale Abwertung von Frauen*, welche vorwiegend von cis Männern, aber auch von cis Frauen ausgehen kann. Meist wird Misogynie durch den gelebten hierarchisierten Geschlechtshabitus gefestigt und reproduziert. Die verschiedenen, weltweit verbreiteten Erscheinungsformen der Misogynie reichen dabei von Geringschätzung über fehlende Empathie für Frauen* bis hin zum Femizid, dem Töten einer Person aufgrund der Tatsache, dass diese Person eine Frau* ist. Damit unmittelbar zusammenhängend siehe auch Trans*-, Inter*- und Homofeindlichkeit.

multigender / polygender
bedeutet, dass eine Person mehr als eine Geschlechtsidentität hat. Die Geschlechtsidentitäten können gleichzeitig oder abwechselnd auftreten.

neutrois
wird als Bezeichnung einer Geschlechtsidentität verwendet, für Menschen, die sich außerhalb der Geschlechtsbinarität identifizieren. Meistens sagen neutrois Menschen von sich, dass sie ein neutrales oder kein Geschlecht haben. Der Begriff hat Überschneidungen mit den Identitäten agender und genderqueer.

non-binär / nichtbinär
bezeichnen sich Menschen, die sich nicht mit der Kategorie „Mann“ oder „Frau“ identifizieren. Ihre Identität liegt entweder zwischen den beiden Kategorien „männlich“ und „weiblich“, oder wechselt dazwischen oder liegt ganz außerhalb davon. Siehe auch agender, androgyn, bigender, genderfluid, genderqueer, gendervariant, intergender, multigender neutrois, polygender, trans*, weder*noch.

of Color, People / Queers (PoC, QPoC)
Die Bezeichnung People of Color ist eine Selbstbezeichnung von Menschen mit Rassismuserfahrungen in weißen Mehrheitsgesellschaften. Der Begriff wird auch von deutschen PoC als Selbstbezeichnung auf Englisch verwendet. Er verbindet Menschen, die aufgrund phänotypischer Eigenschaften wie Haut-, Augen- und/oder Haarfarbe, Haarstruktur sowie unterstellter, angenommener oder tatsächlicher Migrationsgeschichte nicht als Zugehörige der weißen Mehrheitsgesellschaften identifiziert und anerkannt werden. Queers of Color beziehen sich auf die Bezeichnung PoC. Sie grenzen sich damit nicht nur von der weißen Mehrheitsgesellschaft ab, sondern auch von den rassistischen Dominanzverhältnissen innerhalb von LSBTIQ-Bewegungen. Siehe: https://www.bpb.de/gesellschaft/gender/geschlechtliche-vielfalt-trans/245426/lsbtiq-lexikon?p=42

Outing
Jemanden zu outen bedeutet, die Geschlechtsidentität und/oder sexuelle Orientierung eines Menschen einem anderen Menschen, einer Gruppe und/oder der Öffentlichkeit zu verraten, meistens ohne die Zustimmung oder Einwilligung der betroffenen Person. Das Coming Out einer Person erfolgt hingegen freiwillig.

pangender
Eine Person, die sich als pangender beschreibt, identifiziert sich mit allen Geschlechtsidentitäten bzw. die Geschlechtsidentität ist aus vielen verschiedenen Geschlechtsidentitäten zusammengesetzt.

Pansexualität
Pansexuelle Menschen fühlen sich zu Menschen aller Geschlechter sexuell hingezogen und/oder ihre sexuelle Anziehung basiert nicht auf dem Geschlecht des*der anderen.

Passing
bedeutet, dass eine Person als das Geschlecht gelesen bzw. anerkannt wird, als das x gelesen bzw. anerkannt werden möchte. Dieser Begriff ist besonders wichtig im Kontext von Transgeschlechtlichkeit.

Polyamorie
Polyamouröse Menschen verlieben sich in mehr als nur eine Person auf einmal und können romantische und/oder sexuelle Beziehungen mit mehr als einer Person haben. Wichtig ist, dass alle Beziehungs- und/oder Sexualpartner*innen von diesem Arragement wissen und damit einverstanden sind.

Privileg
Privilegien sind Vorteile und Möglichkeiten, die Menschen einer Mehrheitsgruppe oder nichtmarginalisierten Gruppe automatisch gehören. Diese werden meist als selbstverständlich angesehen und gehen auf Kosten von marginalisierten Gruppen. Bis 2017 durften zum Beispiel in Deutschland gleichgeschlechtliche Paare nicht heiraten, sondern nur sogenannte “Eingetragene Lebenspartnerschaften” eingehen. Die Ehe war also ein Privileg für heterosexuelle (und manche asexuelle bzw. bi+sexuelle) Personen. Auch gibt es innerhalb der Community Privilegien, die oft nicht von den Menschen bemerkt werden, die sie haben. Immer noch sind zb. oft schwule, weiße cis-Männer tonangebender als lesbische Frauen. Schwarze Menschen oder PoCs in der Community und ihre Situation in einer (alltags-) rassistischen Gesellschaft werden immer noch oft von weißen LGBTI*s übergangen, was den Rassismus, den diese auch innerhalb der Community erleben, verdeutlicht. Auch sind cis Menschen gegenüber Trans* oder Inter* priviligiert, weil sie sich in der Regel nicht mit den Schwierigkeiten, die die Gesellschaft diesen bereitet, auseinandersetzen müssen, da sie diesen nicht ausgesetzt sind. Siehe auch Intersektionalität.

Queer / queer
Im Englischen war ‚queer‘ lange Zeit ein Schimpfwort, insbesondere gegenüber schwulen Männern. Heute wird der Begriff positiv als Selbstbezeichnung gebraucht, vor allem von Menschen, die ihre Identität als „außerhalb“ der gesellschaftlichen Norm ansehen, also als Überbegriff für Menschen, die nicht in die sexuellen und/oder geschlechtlichen Normen der Gesellschaft passen. Als Adjektiv, Substantiv und gelegentlich Verb verwendet, kann er Theorien und Praxen, Personen und Bewegungen bezeichnen. Queer ist auch eine Theorierichtung und ein Wissenschaftszweig, in dem Schubladendenken aufgebrochen wird, verschiedene Unterdrückungsformen miteinander verknüpft gedacht werden (siehe auch Intersektionalität) und insbesondere Sexualität als ein Ort der Unterdrückung untersucht wird. Ohne diesen herrschaftskritischen Gehalt wird das Wort gelegentlich zum Synonym für schwul und/ oder lesbisch.

same gender loving
(englisch, „das gleiche Geschlecht liebend“) ist eine alternative Bezeichnung für Homo- und Bi+sexualität und/oder Queerness, die vor allem in der afro-amerikanischen Community verbreitet ist. Der Begriff wird benutzt, weil eine eigene sexuelle Identität, die nichts mit europäischen Konzepten von Sexualität zu tun hat, etabliert werden soll.

Schrank
Eine Person ist „im Schrank“, wenn sie die eigene sexuelle Orientierung und/oder Geschlechtsidentität vor anderen geheim hält. Davon stammt auch der Begriff Coming Out ab, der vollständig meint „coming out of the closet“ also „aus dem Schrank kommen“. Dieser Begriff weist auch darauf hin, dass es wesentlich mehr Menschen mit queeren Lebensweisen gibt, manche dieser Menschen aber aus verschiedenen Gründen, oft aus Angst vor Diskriminierung, sich in ihrem Sein und/oder ihrer Lebensweise nicht zeigen können oder wollen und somit unsichtbar bleiben.

schwul / gay
Als schwul bezeichnen sich Männer* oder sich mit Männlichkeit identifizierende nichtbinäre Personen, die sich romantisch und/oder sexuell zu Männern* oder männlichen Personen  hingezogen fühlen. Im Englischen identifizieren sich manche lesbische Frauen ebenfalls als gay.

sexuelle Orientierung
Die sexuelle Orientierung eines Menschen beschreibt, welchem Geschlechts bzw. welchen Geschlechtern sich ein Mensch emotional, körperlich und/oder sexuell hingezogen fühlt, unabhängig von der sexuellen Praxis und der sexuellen Präferenz.

Tag der Menschenrechte
(englisch “Human Rights Day”) wird jährlich am 10. Dezember gefeiert. Es ist der Gedenktag für die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 stattfand. Hier wird unter anderem festgehalten, dass alle Menschen ein Recht auf ein Leben frei von Diskriminierung haben.

Tomboy
bezeichnet ein Kind, das bei der Geburt als weiblich zugewiesen wurde, das sich in Verhalten und Geschlechtspräsentation jedoch nicht der traditionell „weiblichen“ Geschlechternorm entsprechend zeigt.

Trans*/ trans*
ist ein Überbegriff für transgeschlechtliche, transidente und transgender Menschen, also allen Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, dem sie bei der Geburt zugewiesen wurden. Das Sternchen (*) transportiert, dass alle Transidentitäten gemeint sind. Es wird auch als Form der geschlechtergerechten Sprache benutzt, beispielsweise „Leser*innen“, um auch Trans*Menschen und nicht-binäre Menschen einzuschließen. Das Sternchen wird allerdings vor allem im deutschen Trans*Aktivismus verwendet – im englischen wird es inzwischen abgelehnt.

Transfeindlichkeit
bezeichnet die Diskriminierung von trans Menschen. Dies äußert sich z.B. durch Ablehnung, Wut, Intoleranz, Vorurteile,  Unbehagen oder körperliche bzw. psychische Gewalt gegenüber trans Personen oder Menschen, die als trans wahrgenommen werden. Weltweit werden immer noch zahlreiche trans Menschen allein deshalb ermordet, weil sie trans* sind. Als internalisierte Transfeindlichkeit wird die Feindlichkeit bezeichnet, die gegen die eigene trans Identität und damit gegen sich selbst gerichtet ist. Dies passiert oft in einer transfeindlichen Umgebung und/oder vor dem eigenen inneren Coming out.

Transfrau / Trans*weiblichkeit
Frau oder (überwiegend) weiblich identifizierte Person, der bei Geburt das Geschlecht „männlich“ zugewiesen wurde. Die Abkürzung MTF steht für ‚male to female‘, also ‚männlich zu weiblich“ und entspringt einer medizinischen Zuschreibung. Die Abkürzung FTF steht für ‚female to female‘, also ‚weiblich zu weiblich‘ und wird unter anderem von trans Frauen verwendet, die die Annahme ablehnen, dass sie jemals männlich waren.

Transition
bezeichnet den Prozess, in dem eine Trans*Person soziale, körperliche und/oder juristische Änderungen vornimmt, um die eigene Geschlechtsidentität auszudrücken. Dazu können Hormontherapien und Operationen gehören, aber auch Namens- und Personenstandsänderungen, ein anderer Kleidungsstil und vieles andere.

Transmann / Trans*männlichkeit
Mann oder (überwiegend) männlich identifizierter Mensch, dem bei Geburt das Geschlecht „weiblich“ zugeordnet wurde. Die Abkürzung FTM, engl. „female to male“, also „weiblich“ zu „männlich“ entspringt einer medizinischen Zuschreibung. Die Abkürzung MTM steht für „male to male“, also „männlich zu männlich“ und wird unter anderem von trans Männern verwendet, die die Annahme ablehnen, dass sie jemals weiblich waren.

Transsexualität
ist ein Begriff für Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, dem sie bei der Geburt zugewiesen wurden. Die Geschlechtsidentität ist hier meistens auf „männlich“ oder „weiblich“ beschränkt. Der Begriff kommt aus einem medizinischen Kontext und wird deshalb inzwischen von vielen trans Personen abgelehnt. Zudem kann er verwirrend sein, da Trans* nicht sexuelle Orientierung meint, sondern die Geschlechtsidentität eines Menschen.

weder*noch
Die Selbstbezeichnung weder*noch* macht Menschen sichtbar, die in der Zwei-Geschlechter-Ordnung nicht vorkommen, weil sie sich weder (nur) als Mann noch (nur) als Frau und/ oder sich nicht zwischen, sondern jenseits dieser beiden Geschlechter Identifizieren.

zugewiesenes Geschlecht
Der Begriff beschreibt den Geschlechtseintrag auf der Geburtsurkunde eines Kindes, der dem Kind bei der Geburt aufgrund von Vermutungen ein männliches oder weibliches Geschlecht zuweist. Es kann aber auch der Begriff für das Geschlecht sein, das einer Inter* Person durch Genitaloperationen und/ oder Hormonbehandlungen zwanghaft zugewiesen wurde.