Queerfreundliche Ärzt_innen und Therapeut_innen

Es gibt seit geraumer Zeit eine Website, die über Ärzt_innen und Therapeut_innen Auskunft gibt. Queere Menschen machen leider oftmals aufgrund ihres Queerseins schlechte Erfahrungen, wenn sie medizinische oder therapeutische Hilfe benötigen. Queermed bietet ein deutschlandweites Verzeichnis von queerfreundlichen und sensibilisierten Ärzt_innen, Therapeut_innen & Praxen. Empfohlen von den Communities, für die Communities.

Für Ärzt_innen, Therapeut_innen und andere medizinische und pflegende Berufsgruppen gibt es hier hilfreiche, einführende Broschüren zum Thema Trans*- und Intergeschlechtlichkeit von TRIQ in Berlin und dem Bundesverband Trans*

Wandel und Veränderung

Veränderung ist am Anfang schwer, chaotisch in der Mitte und am Ende einfach großartig“ (Robin Sharma)

Auch die Initiative QUEER! WIR HIER. wird sich ab diesem Jahr in einen Wandel begeben, der mit Veränderungen verbunden ist und Neues eröffnen wird. Wir sind gespannt, wie sich alles  gestalten wird. 

Ab Januar 2024 wird die Initiative QUEER! WIR HIER. mit dem Kreisdiakonischen Werk Stralsund e.V. kooperieren. Das queere Beratungsangebot wird es über das Kreisdiakonische Werk geben und bleibt eine Peer-to-Peer Beratung. Wenn Ihr eine Beratung wünscht, könnt Ihr Euch über diese Mailadresse melden:  sylke.engelhardt-nehls@kdw-hst.de. Wie gewohnt könnt Ihr aber auch über das Kontaktformular unserer Website Kontakt mit uns aufnehmen. Alle Anfragen werden auch über diesen Weg  beantwortet.

Die queeren Treffen wird es ab Januar 2024 erst einmal in der bisherigen Form nicht mehr geben. Wir hatten tolle und berührende Begegnungen, und sind dankbar für all die bereichernden Momente.  Nach vier Jahren regelmäßiger Angebote, die sich auch immer wieder an den Wünschen der Teilnehmenden ausrichteten, machen wir jetzt erstmal eine kleine Pause, um über neue Formen der Begegnung nachzudenken. Wir arbeiten daran, dass wir bald neue Angebote für queere Treffen anbieten können. Wenn Ihr euch dabei aktiv einbringen wollt, wendet Euch gerne an uns.

Unser Onlineangebot verändert sich auch. Unsere Facebook- und Instagramseiten wird es zukünftig nicht mehr geben. Dafür pflegen wir weiterhin unsere Webseite, die Euch über aktuelle queere Termine und Veranstaltungen in unserer Region informiert. Auch Informationen, Texte und Broschüren zu queeren Themen findet Ihr hier und die Kontaktdaten zu anderen queeren Beratungsstellen und Vereinen – auch überregional. Also fühlt Euch eingeladen, regelmäßig auf die Seite zu schauen, es lohnt sich! Zudem freuen wir uns, wenn Ihr uns auf queere Termine in unserer Region rechtzeitig per Mail hinweist, dann können wir sie auf unserer Website allen zur Verfügung stellen und dafür werben.

Wir freuen uns auf ein spannendes und gutes Miteinander im schon beginnenden Jahr 2024 und wünschen Euch und uns allen eine bereichernde Zeit der inneren und äußeren Entwicklung. Ahoi!

Statement zu „Gendern konsequent unterbinden“

Am 16. März 2023 wurde in der Sitzung der Bürg*erinnenschaft dem Beschlussvorschlag der AfD „Gendern konsequent unterbinden“ mit Hilfe fast aller Stimmen der CDU/FDP und der BfS zugestimmt. Darin heißt es wörtlich: „Die Hansestadt Stralsund hat auf dem Anweisungswege zu gewährleisten, dass sich städtische Einrichtungen und Betriebe im Schriftlichen wie Mündlichen konsequent an die Vorgaben des Rates für deutsche Rechtschreibung halten, der Verfremdung der deutschen Sprache als Bestandteil der kulturellen Identität entgegenwirken und das Improvisieren mit sogenannter Gendersprache zu vermeiden haben. Des Weiteren ist per Verordnung sicherzustellen, dass die Maßgaben des Rates für deutsche Rechtschreibung den mündlichen wie schriftlichen Sprachgebrauch bestimmen, weil sie den Erfordernissen einer sprachlichen Widerspiegelung der Geschlechtergerechtigkeit hinlänglich entsprechen und gesamtgesellschaftlich akzeptiert sind.“

Allein der Titel des Antrages der AfD zeigt, welches Feindbild die Partei im Laufe der Jahre systematisch aufgebaut hat, das sich gegen lsbtiqa+ Personen und gegen eine geschlechtergerechte Sprache richtet. Diese rechtspopulistische und diskriminierende Rhetorik hat aber offenbar großen Anklang in den Fraktionen CDU/FDP und BfS gefunden. 

Zabel, Vorsitzender der CDU/FDP Fraktion, meinte vor der Abstimmung: „Wir möchten darauf hinweisen, dass es bereits eine Dienstanweisung gibt für den Verwaltungsumgang…gleichwohl ist es uns auch ein wichtiges Thema, und vielleicht auch nochmal eine politische Aussage, insofern haben wir die Abstimmung hier in unserer Fraktion freigegeben zu der Thematik.“ 

(Anmerkung: Der „Verwaltungsumgang“ ist bisher ohne gendergerechte Sprache, da nichtbinäre Menschen nicht korrekt angeschrieben und in Sprache berücksichtigt werden.)

Ohne viel Aufhebens haben alle männlichen Mitglieder der CDU/FDP Fraktion dem Antrag zugestimmt. Die einzigen beiden Frauen der CDU haben Größe gezeigt und den Antrag abgelehnt – bei dieser innerparteilichen Männerdominanz ein starkes Zeichen. Dass die „Bürger für Stralsund“ schon länger keine klare Abgrenzung nach rechts aussen ziehen, ist inzwischen bekannt.

Wir leben im 21. Jahrhundert, und immer noch werden Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer sexuellen Orientierung oder aufgrund anderer Merkmale ausgegrenzt und sind Gewalt ausgesetzt innerhalb einer Gesellschaft, die sich als demokratisch versteht. Dies ist erschreckend, andererseits auch nichts wirklich Neues. Zum einen, weil antidiskriminierende, feministische Bestrebungen und Anliegen von lsbtiqa+ Personen immer schon der Unterdrückung ausgesetzt waren und sind. Überraschend ist allerdings, wie offensichtlich und normalisierend dies inzwischen formuliert wird. Und in welcher Einigkeit die männlichen Vertreter von CDU/FDP zusammen mit einer rechtsradikalen Partei auftreten, wenn es um Gleichberechtigung geht, und mit welcher Selbstverständlichkeit dieser unsägliche Beschluss durchgewinkt wurde.

Dabei dient „der Erhalt der deutschen Sprache“ nur als Vorwand. Sprache wird hier als in Beton gegossen betrachtet, und nicht als lebendige und dynamische Kommunikationsform, die es Menschen möglich macht, sich auszudrücken, verstanden und gesehen zu werden.

Unterstriche und Gendergap sind Möglichkeiten, Frauen und nichtbinäre trans* und inter* Personen – also mehr als die Hälfte aller Menschen – sprachlich einzubeziehen. Sprache prägt bekanntlich das Denken! Die Aussprache oder Schreibweise, die von Skeptik*erinnen so oft als „zu kompliziert“ bezeichnet wird, ist nur eine Frage der Gewohnheit. Sprache bleibt lebendig und aktuell, ist Ausdruck von Vielfalt einer Gesellschaft, wenn sie sich verändern darf.

Ob Menschen gewillt sind, sich und andere durch Sprache miteinzubeziehen, oder es bevorzugen, beim Alten zu bleiben, ist eine persönliche, wenngleich nicht unerhebliche Entscheidung, wenn es um den respektvollen Umgang im Miteinander geht. 

Auf politischer Ebene durch solche Beschlüsse aktiv auszugrenzen bedeutet allerdings, unter dem Deckmantel der Demokratie antidemokratischen Prozessen bewußt zuzustimmen und einen größeren Teil der Gesellschaft unsichtbar zu machen und von Macht und Mitbestimmung auszuschließen. Argumente von cis Männern, sie würden diskriminiert, wenn gendergerechte Sprache benutzt wird, ist eine Verdrehung der Diskriminierungs- und eigentlichen Machtverhältnisse. 

Diese Umkehrungsstrategie ist auch der rechtspopulistischen und rechtsradikalen AfD bekannt, wird aber leider immer wieder unterschätzt in ihrer Wirkung. Die AfD verwendet die Verdrehung der eigentlichen Tatsachen als Machtmittel und Verwirrungspraxis, als Machtmanipulation. Und zur eigenen Bestätigung und Aufrechterhaltung ihrer Privilegien. Nach unten treten, lächerlich machen, diffamieren, polarisieren und vermeintliche Gefahren heraufbeschwören ist alltägliche Praxis, um ihre rückwärtsgewandten, gefährlichen und demokratiefeindlichen Interessen durchzusetzen. 

Gibt es von Parteien, die sich als demokratisch verstehen, keine klare Abgrenzung mehr zu solchen Praktiken, sind Backlashes im großen Stil eine ernsthafte Gefährdung von demokratischen, antidiskriminierenden Prozessen und der Menschenrechte von lsbtiqa+ Personen und anderen marginalisierten Gruppen.

Wenn das die politische Aussage der männlichen Mitglieder der CDU/FDP-Fraktion in der Bürg*erinnenschaft von Stralsund sein soll, wird Gleichberechtigung als Menschenrecht mit Füssen getreten. 

Unterdrückung und Diskriminierung sind niemals hinnehmbar!

Inter*Solidaritätstag

Heute, am 8. November, ist Inter* Solidaritätstag (Intersex Day of Solidarity). Um sich mit inter* Menschen zu solidarisieren, ist die Kenntnis davon, was Intergeschlechtlichkeit ist, bzw sein kann, und was es bedeutet, von Inter*feindlichkeit betroffen zu sein, wichtig. Oft nehmen wir diese Form der Diskriminierung nicht wahr, weil sie uns selbst nicht trifft. Und weil wir sie auch nicht erkennen, wenn wir nichts darüber wissen.

Wir sollten davon ausgehen, dass wir inter* Personen kennen könnten, ohne es zu wissen. Schließlich wird statistisch gesehen jeder tausendste Mensch intergeschlechtlich geboren. Das ist gar nicht so selten.

Uns bewußt darüber zu werden, dass wir in der Regel bei jeder Begegnung sofort Klarheit darüber haben wollen, welchem der (vermeintlich nur ) zwei Geschlechter eine Person „zugehört“, kann helfen zu erkennen, wie fixiert wir und die Gesellschaft, in der wir leben, auf die Zuschreibung von Geschlecht sind. Denn, auch wenn wir glauben, das Geschlecht eines anderen Menschen zu kennen: Wir können sehr daneben liegen.

Uns innerlich nicht sofort festzulegen, kann anfangs herausfordernd sein, aber es hilft, sich zu öffnen – auch, was andere Zuschreibungen betrifft – uns von unseren Schubladen zu verabschieden und den Mut für eine gewisse Verunsicherung aufzubringen. Wir können das üben, und werden mit der Zeit feststellen, nicht mehr sofort irritiert zu sein, wenn eine Person den binären Geschlechtervorstellungen nicht entspricht.

Und das Wunderbare dabei ist, die Freude am Entdecken und Kennenlernen der anderen Person ohne fixe Vorannahmen wiederzugewinnen.

Hier zu Eurer Information der Link zu einer hilfreichen Broschüre über Intergeschlechtlichkeit. Die Broschüre wurde von oii germany, der deutschen Vertretung der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen, geschrieben, um über Intergeschlechtlichkeit und die aktuelle Situation von inter* Personen aufzuklären:

17. Mai 2022 – Internationaler Tag gegen Queerfeindlichkeit

17. Mai 2022: Eine Woche lang hing unser Regenbogenbanner auch in diesem Jahr wieder – für alle sichtbar – am alten Markt von Stralsund. Auch unsere Regenbogenflagge wehte anläßlich des Internationalen Tages gegen Queerfeindlichkeit (IDAHOBITA* am 17. Mai) – durch unsere Initiative veranlaßt – im Durchgang unseres schönen, alten Rathauses.

Als Zeichen für die Solidarität und für ein anhaltendes Einsetzen für die Menschenrechte von queeren Menschen. Für die Rechte von inter*, trans* und non-binären Personen, von homo-, bi- und asexuellen Personen hier in Stralsund, Deutschland und in allen Ländern dieser Welt. Als Statement gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Menschen aufgrund ihres Geschlechts und/oder ihrer sexuellen Orientierung.

TRANS* GANZ EINFACH

Ich möchte Euch heute auf eine aktuelle Broschüre vom Bundesverband Trans* e.V. aufmerksam machen. Sie ist informativ für trans* und cis Personen, und kann helfen, Vorurteile, Fehlinformationen und Diskriminierung abzubauen.

Der Bundesverband Trans* e.V. setzt sich für die Rechte von trans* Personen im weiteren Sinne ein: also Menschen, die sich z.B. als transgeschlechtlich, transident, transsexuell, transgender, genderqueer, trans*, trans, nicht-binär, Crossdresser, trans* Frau, trans* Mann bezeichnen oder bezeichneten. www.bundesverband-trans.de

In dieser Broschüre könnt Ihr vieles zu trans* Themen nachlesen. Insbesondere für Angehörige, Freund_innen und Fachkräfte wurde diese Broschüre herausgegeben, aber auch für trans* Personen kann die Lektüre hilfreich sein, sich klarer zu werden und selbstbewußter zu positionieren.

Einfach auf die Broschüre klicken und weiterlesen…

Ergebnisbericht über die Auswirkungen der Coronapandemie auf lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche, queere und asexuelle Personen in Deutschland

Viele Personen und Strukturen in der queeren Community sind von der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Maßnahmen auch weiterhin stark betroffen. Vor etwa einem Jahr haben Ska Salden, Frede Macioszek und Magda Müssig im Auftrag der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Organisationen und Initiativen innerhalb der LSBTIQ* Community dazu in einer Online-Befragung befragt. Die Ergebnisse, inklusive Forderungen an die Politik, wurden in diesen zwei Broschüren veröffentlicht: