Queersensible Bestattung – Vielfalt im Abschied respektieren – Ein Leitfaden für Betroffene und Fachkräfte“ von der Schwulenberatung Berlin.

Die 2025 erschienene Broschüre soll Perspektiven auf Bestattungen verändern – weg von Normen und heteronormativen Vorstellungen, wie eine Beerdigung sein sollte, hin zu der Frage, was die verstorbene Person und ihre Zugehörigen möchten und brauchen.

Der Leitfaden möchte LSBTIQ* Personen dabei unterstützen, würdige und individuelle Abschiede für sich selbst oder Menschen in ihrem Umfeld zu gestalten – und möchte Mut machen, das zu tun. Sie richtet sich zeitgleich an Bestatter*innen, denen mit diesem Leitfaden Orientierungshilfe und praktische Hinweise gegeben werden sollen, wie sie der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität der Menschen, die sie begleiten, respektvoll begegnen können.

Die Broschüre ist in verschiedene Kapitel gegliedert, die sich mit historischem Kontext und rechtlichen Regelungen beschäftigen, aber auch Erfahrungsberichte von LSBTIQ* beinhalten. Weitere Kapitel richten sich an Bestatter*innen, Trauerbegleiter*innen und andere Fachkräfte, die sich um mögliche Bedürfnisse von LSBTIQA* Personen drehen und Impulse zur Reflexion der eigenen Haltung und Praxis setzen. (Text: Bundesverband Trans*)

Neu in Greifswald: TIN*Beratungsstelle MV

Die TIN* Beratungsstelle Mecklenburg-Vorpommern (TIN*MV) mit Hauptsitz
in Greifswald, befindet sich im Aufbau. Das Ziel ist es, ein flächendeckendes, barrierearmes und niedrigschwelliges Beratungsangebot für das gesamte Bundesland zu schaffen.

Darüber hinaus setzen sich die Menschen der Beratungsstelle aktiv für eine verstärkte
Sensibilisierung und Sichtbarkeit von TIN*-Themen und (Mehrfach-)diskriminierung ein.

Dies geschieht durch Weiterbildungen für Fachkräfte, die gezielte Bekanntmachung des Angebots, den Ausbau des Netzwerks, sowie den regelmäßigen Austausch mit Selbstvertretungen und relevanten Akteur*innen.

Die TIN* Beratungsstelle MV entsteht im Rahmen eines Modellprojektes, finanziert bis voraussichtlich Ende 2027, vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern.
2025 wird das Projekt kofinanziert von der Dachstiftung für individuelles Schenken treuhänderische Stiftung im GLS Treuhand e.V., von der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung und von filia. die frauenstiftung.

Ab wann wird beraten?

Am 14.11.2025 um 11h beginnt die Auftaktveranstaltung für die Beratungsstelle zu Trans* Inter* und Nicht-Binarität in der STRAZE in Greifswald. Auch für Anfragen per E-Mail, Telefon und für digitale Treffen wird die Beratungsstelle ab diesem Zeitpunkt dann erreichbar sein.
2026 werden Beratungsangebote im ländlichen und strukturschwachen
Raum in Mecklenburg-Vorpommern gestärkt und ausgeweitet.

An wen werden sich die Angebote richten?

Die Angebote richten sich an trans*, inter* und nicht-binäre (TIN*) Personen, Menschen, die sich mit dem eigenen Geschlecht auseinandersetzen, Angehörige, Freund*innen und Verbündete, sowie Fachkräfte z.B. aus Pädagogik, Therapie und Medizin.

Was werden die Beratungsschwerpunkte sein?

Beraten wird zu geschlechtlicher Vielfalt, Coming-out, Transition, De-Transition, Community, (Mehrfach)-Diskriminierung und allen weiteren Berührungspunkten zu Trans* Inter* und Nicht-Binarität.

Wie wird beraten?

Beraten wird parteilich für die Rat suchende Person(en), kostenlos, vertraulich, barrierearm und auf Wunsch anonym.

Wie kann ich Updates bekommen?

Wenn ihr mehr über die Angebote erfahren möchtet, meldet Euch gerne über info[at]tinberatung-mv.de.

MEHR UNTER: https://tinberatung-mv.de

Fragebogen für eine Studie zu Erfahrungen, Überzeugungen, Stress- und Schutzfaktoren von LGBTQIA+ Personen

Der Fragebogen richtet sich an LGBTQIA+ Personen ab 18 Jahren und ist in (eher) schwieriger deutscher Sprache.

Die Teilnahme dauert ungefähr 20-25 Minuten. Hier geht es zum Fragebogen: https://www.soscisurvey.de/mistres/

Die Entwicklung des Fragebogens wurde vor allem von inter* und a*spec Personen unterstützt sowie von (queeren) Personen, die Rassismus und/oder Ableismus erleben. Da diese Gruppen innerhalb der LGBTQIA+ Community von der Forschung bisher vernachlässigt wurden, ist die Teilnahme von Personen, die sich selbst zu diesen Gruppen zählen, sehr willkommen.

Selbstbestimmungsgesetz – aktuelle Informationen

Infos zum Selbst-Bestimmungs-Gesetz in einfacher Sprache:

Leitfaden Selbstbestimmungsgesetz – Informationen zur Änderung von Geschlechtseintrag und Vornamen nach dem SBGG

Die Broschüre „Leitfaden Selbstbestimmungsgesetz – Informationen zur Änderung von Geschlechtseintrag und Vornamen nach dem SBGG“ beantwortet praktische Fragen rund um das neue Gesetz. Erklärungsberechtigte Personen, Rechtsanwender*innen, Standesbeamt*innen und Berater*innen erhalten einen Überblick über das Verfahren. Die Broschüre enthält spezifische Hinweise für Kinder und Jugendliche, Personen mit gesetzlicher Betreuung sowie Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Ein eigenes Kapitel vermittelt Informationen in einfacher Sprache.

Diese Publikation entstand in enger Zusammenarbeit mit dem LSVD– Verband queere Vielfalt parallel zu der Website sbgg.info, an der sich ein breites Bündnis von LSBTIQ*-Organisationen und engagierten Einzelpersonen beteiligt hat. (Text: Bundesverband Trans*)

Zudem gibt es auch von TRIQ (transinterqueer in Berlin) eine Broschüre zum Thema:

Forderungen des LSVD⁺ zu den Bundestagswahlen und Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine

Anlässlich der Bundestagswahlen 2025 hat der LSVD⁺ seine Forderungen als Wahlprüfsteine an die zur Wahl stehenden Parteien, die im Bundestag vertreten sind, gesandt und die Antworten ausgewertet.

Die Erläuterungen des LSVD+ zu den Wahlprüfsteinen und die Antworten der einzelnen Parteien zu den vom LSVD+ gestellten Fragen könnt hier nachlesen: https://www.lsvd.de/de/ct/13725-wps-btw25

Forderungen der Hirschfeld-Eddy-Stiftung zur Bundestagswahl 2025

Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung, die sich weltweit für die Rechte von queeren Menschen einsetzt, hat zehn Forderungen an die Bundesregierung verfasst und schreibt:

„In einer Welt, in der queere Menschen nach wie vor Diskriminierung, Verfolgung und Gewalt ausgesetzt sind, fordert die Hirschfeld-Eddy-Stiftung, dass sich die kommende Bundesregierung und die demokratischen Parteien klar zu einem menschenrechtsbasierten Ansatz in der Außenpolitik und der Entwicklungszusammenarbeit bekennen. Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie weitere queere Menschen (LSBTIQ*) waren lange eine kriminalisierte und ausgegrenzte Minderheit in Deutschland. Aus Verantwortung für die eigene leidvolle Geschichte muss Deutschland eine starke Stimme für die Durchsetzung der Menschenrechte für LSBTIQ* sein.  

Wir erleben national und international Angriffe auf die demokratischen Grundordnungen. Besonders davon betroffen sind Minderheiten wie die LSBTIQ* Community. Deshalb ist die kommende Bundestagswahl eine Richtungsentscheidung. Es geht um die Verteidigung unserer Demokratie. Wir fordern alle demokratischen Parteien dazu auf, sich nicht durch Populismus und extremistische Stimmung beeinflussen zu lassen. LSBTIQ*-Rechte sind Menschenrechte und stehen nicht zur Disposition. Dies gilt für die nationale Politik aber auch für die Verantwortung Deutschlands in der Welt. Deshalb muss Deutschland in seiner auswärtigen Politik und der Entwicklungszusammenarbeit die Menschenrechte verteidigen und stärken.“

Hier könnt Ihr weiterlesen: https://www.hirschfeld-eddy-stiftung.de/fileadmin/user_upload/dokumente/Forderungen_der_HES_zur_Bundestagswahl_2025.pdf

Leitfaden für pädagogische Fachkräfte: Queerfeindlichkeit entgegentreten

Qube, das queere Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt in Greifswald, hat einen ausführlichen Leitfaden für pädagogische Fachkräfte herausgegeben. Der Leitfaden unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, queere Schüler*innen besser zu begleiten und zu stärken. Er beinhaltet Grundlagen der Antidiskiminierung, queere Lebensrealitäten im Schulalltag und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Download als PDF: Queerfeindlichkeit entgegentreten – Leitfaden für pädagogische Fachkräfte

Mehr dazu HIER

Diskriminierung beobachtet oder erlebt? Jetzt melden!

Ab sofort verfügen die Antidiskriminierungsberatungsstellen Mecklenburg-Vorpommerns über ein MELDEFORMULAR auf ihrer Webseite, über das Diskriminierungserfahrungen oder -beobachtungen schnell, unkompliziert und wenn gewünscht auch anonym gemeldet werden können:

https://antidiskriminierung-mv.de/diskriminierung-melden/

Jede Meldung hilft, ein besseres Bild von Diskriminierung in Mecklenburg-Vorpommern zu bekommen und auf das Thema aufmerksam zu machen.

Betroffene zu unterstützen ist dabei auch besonders wichtig. Deshalb bieten die Antidiskriminierungsstellen auch persönliche Beratungen an. Wenn eine Beratung gewünscht ist, können dafür am Ende des Formulars die Kontaktdaten hinterlassen werden.

Die Antidiskriminierungsstellen beraten unabhängig, vertraulich, parteilich und kostenlos für die betroffene Person. Alle Angaben werden daher vertraulich behandelt und ausschließlich für ein Beratungsangebot oder für statistische Zwecke ausgewertet.

Einstellung des Regenbogenportals zum 29. November 2024

Das Regenbogenportal wird am 29. November 2024 offline geht. Das Internetangebot „Regenbogenportal“ wurde vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)/ Referat für Queerpolitik, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt herausgegeben. Hierzu schreibt das BMFSFJ:

„Bei seiner Konzeption und seinem Start im Mai 2019 fehlte es an verlässlichen und einer interessierten Öffentlichkeit leicht zugänglichen Informationen zu LSBTIQ*. Auf diesen Bedarf antwortete das Regenbogenportal mit Fachartikeln, Materialien, Veranstaltungshinweisen und einem Überblick über Community-Organisationen und Beratungsangebote. Damit trug es wesentlich zu mehr Orientierung, Aufklärung und Vernetzung vieler Menschen bei.

Seit seinem Start haben sich parallel zum Regenbogenportal zahlreiche
fundierte Informationsangebote etabliert, die insbesondere von vielen
zivilgesellschaftlichen Organisationen (aber auch staatlichen Stellen in
den Bundesländern) bereitgestellt werden. Mittlerweile ist es erfreulicherweise leicht möglich, sich über eine sehr breite Palette
queerspezifischer Themen zu informieren oder Aufklärungs-, Beratungs-
und Freizeitangebote in der Nähe zu finden. Diese Vielfalt gab es vor
fünf Jahren allenfalls in Ansätzen. Insofern mag das Regenbogenportal
auch Impulse für eine Verbreiterung von Informationsangeboten gesetzt
haben.

Der fortlaufende Betrieb einer Website ist jedoch nur mit einem
beträchtlichen personellen und finanziellen Aufwand möglich,
insbesondere aufgrund fortlaufender Investitionsbedarfe für eine
technische und redaktionelle Aktualisierung und Weiterentwicklung. Zudem
stünde ein zwingend erforderlicher weiterer Relaunch an, um die Website
hinsichtlich technischer Funktionalität, Barrierefreiheit und Design
auf einen Stand zu bringen, der heutigen Standards gerecht würde. Vor
diesem Hintergrund ist nach sehr sorgfältiger Evaluation und Abwägung
festzustellen, dass ein Weiterbetrieb des Regenbogenportals nicht
wirtschaftlich abgebildet werden kann.

Daher möchte sich das Regenbogenportal herzlich verabschieden und sich
ganz besonders bei allen Leser*innen für ihr Interesse und ihre
lobenden und kritischen Rückmeldungen bedanken. Außerdem danken wir
ausdrücklich allen Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft sowie
Fachleuten aus den Ländern, die mit eigenen Beiträgen zur Diversität
des Portals maßgeblich beigetragen haben.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
arbeitet daran, die wesentlichen Inhalte in Form einer Broschüre
weiterhin zugänglich zu machen und wird sich weiterhin aktiv für die
Gleichstellung und Sichtbarkeit queerer Menschen einsetzen, etwa durch
die weitere Begleitung des Aktionsplans „Queer leben“. Zudem sollen
bisherige Inhalte zu queerpolitischen Themen auf der Homepage des BMFSFJ
überarbeitet und erweitert werden. Damit ist beabsichtigt, Queerpolitik
noch stärker als bislang als eigenständiges Politikfeld abzubilden
sowie die querschnittliche Zuständigkeit des BMFSFJ für Queerpolitik
darzustellen. Das BMFSFJ bleibt folglich queerpolitisch präsent und
engagiert.“

Wir von QUEER!WIR HIER bedauern die Entscheidung, das Regenbogenportal zu beenden, sehr. Gerade in Zeiten massiv zunehmender Anfeindungen gegenüber queeren Personen und Institutionen ist dies ein falsches Signal. Aus unserer Sicht ist es für ein demokratisches Miteinander von größter Bedeutung, dass ein queeres Onlineportal vom Bundesministerium für die Öffentlichkeit erhalten bleibt. Hier zu sparen bedeutet, dass marginalisierte und von Diskriminierung betroffene Gruppen wieder zurücktreten müssen und diesen wichtigen Rückhalt an Sichtbarkeit und Akzeptanz von queerer Vielfalt erneut verlieren. Jeder kleine Schritt, den die queere Community nach vorne kommt, ist hart von queeren Menschen erkämpft. Vieles, was heute möglich ist, wurde und wird durch Eigeninitiative von queeren Menschen ohne finanziellen Support geleistet. Ein bundesweites Regenbogenportal, das Rückhalt für queere Menschen von Seiten der Bundesregierung signalisiert, ist daher umso wichtiger für queeres Selbstverständnis und Sichtbarkeit innerhalb einer Gesellschaft, die nach rechts abzudriften droht.