Die QUEER!WIRHIER.- Initiative endet

QUEER!WIR HIER. war eine Initiative in Stralsund, die 2019 von queeren Menschen gegründet wurde und bis 2026 aktiv war. Wir hatten uns als eine kleine Gruppe queerer Menschen in unterschiedlichen Konstellationen immer wieder zusammengefunden. Der Wunsch nach Austausch, queerer Sichtbarkeit und Akzeptanz vereinte uns. Mit unserem Engagement haben wir hier in der Stadt Angebote für queere Menschen geschaffen, und durch unsere Präsenz versucht, Vorbehalte, Vorurteile und Diskriminierung zu verringern.

Unser Ziel war es, mit anderen queeren Projekten in MV besser vernetzt zu sein, queere Menschen zusammen zu bringen, uns gemeinsam stark zu machen, und Stralsund und die Region sichtbar bunter und vielfältiger zu gestalten.

Wir haben in diesen sieben Jahren queere Buchlesungen, Filmabende und Ausstellungen organisiert, verschiedene Gruppentreffen, den queeren Stammtisch im Café und Picknick angeboten, wo sich queere Menschen treffen und austauschen konnten.

Wir haben Menschen ein Stück in ihren Prozessen begleitet und beraten, und über unsere Website queere Termine aus der Region, aktuelle Debatten und Informationen veröffentlicht.

Wir danken allen engagierten Menschen, die mitgemacht und uns über die Jahre unterstützt haben oder unsere Angebote angenommen haben und einfach da waren. Bleibt bunt und mutig und steht zu Euch, so wie Ihr seid! 

Noch ein wichtiger Nachtrag: Immer noch, und heute wieder verstärkt sind Lesben, Schwule, Bisexuelle, nicht binäre, trans* und inter* Menschen –  Menschen, die von Heteronormativität und der binären Geschlechternorm abweichen – mit Gewalt konfrontiert, sei es durch offene Angriffe, subtile Ablehnung oder Ignoranz. In Zeiten von rechtspopulistischen Äußerungen und Ausgrenzungspraktiken müssen queere Menschen und andere marginalisierte Gruppen immer wieder neu einstehen für ihre Grundrechte, heute umso mehr.

Leider beobachten wir momentan einen starken, gesellschaftlichen Backlash. Auch institutionell gibt es immer mehr Rückschritte, wo eigentlich viel mehr Unterstützung von politischer und gesellschaftlicher Seite nötig wäre. Finanzielle Unterstützung für queere und andere wichtige demokratische Projekte gab es ohnehin immer zu wenig, jetzt werden sie gestrichen oder es werden keine weiteren eingeplant. Diese spürbare Tendenz ist beunruhigend und gefährlich, denn Demokratie lebt nicht nur von engagierten Menschen. Demokratische Projekte, zu denen queeres Engagement gehört, muss auch öffentlich ideel, finanziell und ganz pragmatisch, z.B. mit Räumen, die zur Verfügung gestellt werden, unterstützt werden! Es ist noch viel Luft nach oben.